Sachsen Anhalt Lese

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Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Kirschenfest in Naumburg

Kirschenfest in Naumburg

Helga Heilig

Hussiten-Kirschfest in Naumburg

Jeweils am letzten Wochenende im Juni feiern 99,99 Prozent der Naumburger mit tausenden Gästen ein Ereignis, das nie stattgefunden hat. „Kennt Ihr nicht das Kirschenfest“, heißt es in der Hymne der Domstädter. Seit dem 17. Jahrhundert bringt man das Fest mit der Belagerung Naumburgs durch die Hussiten im Jahr 1432 in Verbindung. Jedoch sind die Hussiten unter ihrem Anführer Prokop nie vor oder gar in Naumburg gewesen. Es heißt in der Sage, dass Prokop und sein Heer auf der Vogelwiese vor den Toren der Stadt Stellung bezogen haben sollen. Weil die Naumburger sich weigerten, ihn einzulassen, wollten die Hussiten die Stadt aushungern. In „allerhöchster Not“ sei einem Lehrer die rettende Idee eingefallen. Er zog mit Kindern – in weiße Büßerhemden gekleidet – vor die Tore der Stadt, um beim Hussiten-Feldherrn um Gnade zu bitten. Zutiefst gerührt habe der unerschrockene Krieger das Gesuch erhört und den Kindern Kirschen geschenkt. „Und zu Ehren des Mirakel gibt es alljährlich ein Spektakel“, heißt es im Kirschfestlied. Zahlreiche Vergnügungen werden zum Spektakel geboten, das von Donnerstag bis Montag dauert. Höhepunkte sind der Kindertag, der Festumzug und die Peter-Pauls-Messe. Legendär ist die Zeltstadt auf der Vogelwiese. In über 20 Zelten erklingt Live-Musik. Es wird bis zum Morgen getanzt und gesungen. Wer nach dem Kirschfest nicht drei Tage lang heiser ist, hat etwas verpasst.

Weitere Informationen

Tourist-Information

Markt 6

06618 Naumburg

Tel.: 03445 273125

https://hussiten-kirschfest.de/startseite.html

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Textquelle:

Heilig, Helga: Saale-Unstrut 99 Mal entdecken! Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2020.

Bildquelle:

Ebd.

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