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Knut Diers

Lüneburg 99 Mal entdecken!
Reiseführer

»Das kenne ich doch aus dem Fernsehen!«, mag so mancher Besucher überrascht ausrufen, der zum ersten Mal durch Lüneburg schlendert. Seit 2006 spielt hier die ARD-Serie »Rote Rosen«, und die Außendrehorte sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Eine Besonderheit nicht weit von der nächsten: der Platz »Am Sande«, die Gasse »Auf dem Meere«, der Stintmarkt. Aber Lüneburg hat noch mehr zu bieten: ein schwangeres Haus, eine Kulturbäckerei und einen Kinosaal mit Renaissancedecke. Und mal ganz ehrlich, wer kann schon von sich sagen, einmal mit Alpakas gewandert zu sein?

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Untermühle Griebo

Untermühle Griebo

Mathias Tietke

Funktionierende Mühlentechnik

Die direkt am Elberadweg und somit in der Nähe der Elbe gelegene Mühle ist ein technisches Denkmal von 1845. Carl Christian Friedrich Merkel, der Ururgroßvater des heutigen Mühlenbesitzers Dieter Merkel, erwarb sie 1879. Eine Kopie vom Kaufvertrag hängt an der Wand und so erfährt man auch den damaligen Kaufpreis von 38.100 Mark. Fortan wurde die Mühle als Mahl-, Öl- und Schneidemühle genutzt, das Wasserrad 1954 aber demontiert. Mit einem Elektroantrieb diente die Mühle der Schrot- und Mischfutterherstellung bis 1988. Nach der Wende richtete Dieter Merkel die Mühle wieder her.Er entwarf ein neues Mühlrad aus Eichenholz von drei Metern Durchmesser und mit 32 Schaufeln aus verzinktem Stahlblech und montierte es mit zwei Freunden. Je nach Wasserstand beträgt die Leistung etwa drei Kilowatt. Erhalten sind unter anderem die Walzstühle, die Misch­maschine, ein Plansichter der Firma Mühlenbau von 1953 sowie ein Sechskantsichter der Wittenberger Maschinenbaufabrik Christian Strobach, ein Elevator und sogar die Kettenwinde für die Getreidesäcke. Und vieles ist funktionstüchtig. Nun klappert die Mühle wieder am rauschenden Bach und sie erzeugt Strom, wie schon vor 150 Jahren. Betritt man die Mühle, kommen einem schnell Märchen in den Sinn, in denen ein Müller eine Rolle spielt. Besichtigt werden kann die funktionierende Mühlentechnik wie auch die farbenfroh gestalteten Meisterbriefe mit der Anerkennung des Müllerhandwerks am Deutschen Mühlentag, ansonsten nach vorheriger Anmeldung.

Adresse

Dieter Merkel

Dorfstraße 5

06886 Wittenberg / OT Griebo


Kontakt

03491 / 635459


Information

www.muehlen-dgm-ev.de


*****

Textquelle:

Tietke, Mathias: Wittenberg - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Mathias Tietke.

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