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Tanja Langer
Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung
Roman

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Wittenberg Gemüse GmbH

Wittenberg Gemüse GmbH

Mathias Tietke

Tomaten, so weit das Auge reicht

Mittlerweile gedeihen in der Nähe der Süddeutschen Kalkstickstoffwerke (SKW) Piesteritz mehr als 600.000 Tomatenpflanzen in einem Gewächshauskomplex. Dank des süßen Aromas werden die Sorten Capricia, Brioso und Bellastar nun in ganz Deutschland verkauft. Sie als „Luthertomate“ zu vermarkten, war die Idee von Dr. Helmut Rehhahn, dem Projektmanager der Gemüse GmbH. Mit Luther haben die Tomaten allerdings nichts zu tun und es ist auch nicht besonders originell, Produkte, die in Wittenberg produziert werden, willkürlich mit dem Etikett „Luther“ zu versehen. Auf dem Wittenberger Marktplatz verzichtet man gerne auf den unsinnigen Markennamen und verkauft „Wittenberg-Tomaten“.

Kevin van IJperen, der Prokurist und Marketingleiter von Wittenberg Gemüse, informiert stolz, dass vom März bis November 2014 hier bereits 7.000 Tonnen Tomaten geerntet wurden und die Weichen auf Expansion stehen. Wegen der Bedenken einiger Wittenberger Bürger hinsichtlich der Nähe der Gewächshäuser zum SKW verweist er auf eine Fernsehsendung der TV-Kochs und Restaurant-Testers Christian Rach, der im Juli 2014 durch einen Labortest die Bedenken zerstreute: Keine Pestizide nachweisbar. Zudem schnitten die Wittenberger Tomaten im Geschmacksvergleich mit Tomaten anderer Herkunft am besten ab. Die Idee, Gewächshäuser direkt neben die Stickstoffwerke zu platzieren, ist eher im Sinne der Umwelt, denn in den Gewächshäusern werden Wärme und Kohlendioxid, die beim SKW als Abfallprodukte anfallen, gedeihlich genutzt.

Adresse

Hans-Heinrich-Franck-Straße 5

06886 Wittenberg


Kontakt

Tel.: 03491 / 506250


Information

www.wittenberg-gemuese.de


*****

Textquelle:

Tietke, Mathias: Wittenberg - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Mathias Tietke.

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