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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Mitteldeutscher Verlag in Halle

Mitteldeutscher Verlag in Halle

Florian Russi

Die heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren im ehemaligen Deutschen Reich Hochburgen des Verlagswesens. Zur Zeit der Wende existierten noch 80, ein paar Jahre später waren es nur noch 13 Buchverlage. Zu denen, die sich auch in der neuen Bundesrepublik Deutschland durchgesetzt und es sogar auf einen der vorderen Plätze geschafft haben, zählt der Mitteldeutsche Verlag in Halle Er war 1946 gegründet worden und gehörte schon bald zu den führenden Verlagen in der ehemaligen DDR.

Zu den Werken, die er herausbrachte, gehörte der in 30 Sprachen übersetzte und millionenfach aufgelegte KZ-Roman „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz sowie auch Christa Wolfs Roman „Nachdenken über Christa T.“, auch er ein viel beachteter Bestseller.

Nach der Wende ging der Verlag in Konkurs, wurde aber 1997 von einem baden-württembergischen Unternehmer aufgekauft und neu strukturiert. Der neue Eigentümer war der Stadt Halle persönlich eng verbunden. Im Gegensatz zu vielen damaligen „Schnäppchen-Jägern“ ging es ihm nicht darum, an günstige Quellen und Urheberrechte zu gelangen. Er wollte den Verlag erhalten und ausbauen. 2004 gelang es ihm, mit Roman Pliske den geeigneten Geschäftsführer zu gewinnen. Pliske hatte in Heidelberg Germanistik und Geschichte studiert und in Essen, Kiel, München und Berlin journalistische und verlegerische Erfahrungen gesammelt. Unter Pliske wurde der MDV zu einem mittelständischen Unternehmen mit 13 festen Mitarbeitern und einer effizienten Struktur und Logistik. Im Jahr 2017 erschienen im MDV 140 neue Werke mit unterschiedlichen Themen.


Verleger Roman Pliske
Verleger Roman Pliske

Eine gewichtige Rolle spielten im Lutherjahr Bücher über die Reformation, darunter historische Betrachtungen wie „Gespaltene Welt: Schauplätze der Reformation“ oder auch ein geschichtlicher Roman wie „Das Ketzerhaus“ von Ivonne Hübner. Ebenso widmet sich der Verlag der Aufbereitung der DDR-Geschichte („In all dem herrlichen Chaos“ u. a.). Weitere Schwerpunkte bilden Städte- und Reiseführer, so über Gotha, Paderborn u. a. sowie die Reihe „99 besondere Seiten“ von Städten und Landschaften sowie „Magische Orte in Mitteldeutschland“. Nicht zuletzt widmet sich der Verlag auch der schöngeistigen Literatur, der er in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit widmen will. Einige stattlich aufbereitete Kunst- und Fotobände runden das Verlagsprogramm ab.

Unter den Autoren des Verlags hat sich der Eindruck verbreitet, dass Verleger Roman Pliske sich jedem einzelnen Werk in seinen Editionen persönlich widmet und so das früher anprominenten Beispielen bezeugte enge Verhältnis zwischen Autor und Verleger fortführt. Das bedeutet viel Zeit und Arbeit, aber auch große Chancen. Am Anfang eines jeden bedeutsamen Werks der Kultur- und Geistesgeschichte stand immer der Dialog.

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Internet: http://www.mitteldeutscherverlag.de/

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Fotos: Florian Russi

Mitteldeutscher Verlag in Halle

Am Steintor 23
06112 Halle (Saale)

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