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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Schloss Wernigerode

Schloss Wernigerode

Sandra Rudolph

Leitbau des norddeutschen Historismus

 

Ursprünglich war Schloss Wernigerode eine mittelalterliche Höhenburg aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, die zum Schutz der deutschen Kaiser auf ihren Jagdausflügen in den Harz gebaut wurde. Vom ausgehenden 15. Jahrhundert bis ins späte 17. Jahrhundert wurde das Schloss mehrmals umgebaut, angefangen von einer Renaissancefestung über ein Barockschloss bis hin zu einem romantischen Residenzschloss in Form einer Rundburg. Im späten 19. Jahrhundert erhielt es seine jetzige Gestalt und wurde damit zu einem Leitbau des norddeutschen Historismus. Das Schloss präsentiert sich als imposantes Ensemble mit großer architektonischer Wirkung und enormem Detailreichtum.

Gemälde: Schloss Wernigerode
Gemälde: Schloss Wernigerode

Zu dem Schlosskomplex gehören der Lustgarten, der Tiergarten und die Terrassengärten. Erste geschichtliche Erwähnung fand die Burg 1213 als castrum, einer befestigten Höhensiedlung des europäischen Früh- und Hochmittelalters. Graf Adalbert ließ auf einer Anhöhe von ungefähr 100 Metern eine Burg errichten, die die Grafen von Wernigerode zu ihrem dauerhaften Herrschersitz wählten, um sich von anderen unmittelbar benachbarten Grafen abzusetzen. Dadurch kam es zu einer rasch anwachsenden Siedlung, weshalb relativ schnell das Stadtrecht ausgerufen werden konnte. 1429 starben die Grafen von Wernigerode aus und die Grafen zu Stolberg übernahmen die Grafschaft Wernigerode und somit auch die Burg. Im 16. Jahrhundert ließen sich mehrere Grafen zu Stolberg auf dem Schloss nieder, es wurde jedoch nach Auseinandersetzungen mit Vertretern der Stadt Wernigerode als Herrschaftssitz aufgegeben. Erst Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode verlegt den Herrschaftssitz wieder zurück nach Wernigerode und ließ die Festung zu einem Barockschloss umbauen. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss von einem Nachfolger des Grafen zu einem Repräsentationsschloss umgebaut. Auch heute ist es noch in großen Teilen als solches erhalten geblieben. 1929 schließlich wurde das Schloss als ständiger Wohnsitz der Fürstenfamilie aufgegeben. Doch Teile des Schlosses konnten gegen Entgelt öffentlich besichtigt werden. Aber auch der letzte Eigentümer des Schlosses, Botho Fürst zu Stolberg-Wernigerode, wurde 1945 enteignet.

Das Schloss wurde schließlich an die Stadt Wernigerode übergeben und es entstand ein Museum für Propagandazwecke des Zweiten Weltkrieges. Von 1990 bis 1998 firmierte das Schloss als Schlossmuseum und von da an als erstes deutsches museales Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. In beinah 50 Räumen werden dem Besucher original eingerichtete Wohnräume des deutschen Adels vor 1918, insbesondere der Grafenfamilie Stolberg-Wernigerode vorgestellt. Das zweite deutsche Kaiserreich wird hier ebenfalls thematisiert. Und wer sich für das Kunsthandwerk und Möbel vom 16. bis 19. Jahrhundert interessiert, kommt hier auf seine Kosten.

*****

 

Bildquellen:

Schloss Wernigerode in Sachsen-Anhalt (Deutschland), Hajotthu, (CC BY-SA 3.0)

Gemälde Schloss Wernigerode, Theodor Hennicke, Alexander Duncker (1813-1897), gemeinfrei

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