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Albrecht Franke
Christa Johannsen – ein erfundenes Leben
Ein Schriftstellerinnenleben im 20. Jahrhundert

Die Schriftstellerin Christa Johannsen (1914–1981) war in der DDR etabliert: mit zahlreichen Veröffentlichungen, diverse Auszeichnungen, der Mitarbeit im Schriftstellerverband und in der CDU. Sie engagierte sich für eine Literatur ohne Bevormundung und den literarischen Nachwuchs, leitete »Zirkel schreibender Arbeiter« und in den frühen 1970er Jahren die Gruppe »Junge Prosaisten«.
Einer ihrer damaligen Schüler, Albrecht Franke, hat ihrem Leben nachgespürt und dabei festgestellt, dass er seine einstige Lehrerin überhaupt nicht kannte. Er stößt u.a. auf Texte aus der NS-Zeit, einen höchst zweifelhaften Doktortitel, politische Lobhudeleien in der DDR und unter Pseudonym veröffentlichte Gegenreden im Westen.
Franke entwickelt eine ebenso ungewöhnliche wie typische Biografie des 20. Jahrhunderts. Einen tragikomischen Lebenslauf zwischen Verbergen und Anpassen, aber ebenso zwischen Aufmucken und unkonventionellem Lebensstil. So entsteht nicht nur die Erzählung eines Lebens, sondern eine Geschichte der Literatur des früheren Bezirkes Magdeburg, der DDR und Deutschlands.

Übernachten im Bauhaus

Übernachten im Bauhaus

Carsten Joroch

Das Prellerhaus in Dessau

Für alle Fans des Bauhauses gibt es seit 2015 die Möglichkeit, stilecht im Bauhaus selbst zu übernachten. Das Ateliergebäude, auch „Prellerhaus“ genannt, wurde 1926 fertiggestellt und ist durch den Mensaflügel mit dem Bauhausgebäude verbunden. Der Name „Prellerhaus“ geht auf das Ateliergebäude des Weimarer Bauhauses zurück. Friedrich Preller war Maler am Weimarer Hof.

Zu Bauhauszeiten wohnten die Jungmeister und Vorzeigestudenten im Prellerhaus. Dafür standen ihnen 24 Quadratmeter zum Leben und Arbeiten zur Verfügung. Es gab sogar einen Balkon (von der Größe eines Sprungbretts im Freibad, aber immerhin).

Heute hat jeder zahlende Gast die Möglichkeit, in diesen Zimmern zu übernachten. Gute Leistungen im Studium sind wünschenswert, aber nicht mehr Grundvoraussetzung.

Einige Zimmer sind sogar mit Nachbauten der Originalausstattung versehen. Wer also schon immer mal in den 1920er Jahren leben wollte, bekommt hier die Gelegenheit. Weiterhin sind ausgewählte Zimmer im Stil bestimmter Bauhäusler eingerichtet. Gemütlich ist das nicht wirklich, aber darum geht es einem richtigen Bauhaus-Fan ja auch nicht. Das Wesentliche zählt. Stichwort: Reduktion. Zu diesem Motto passt auch die restliche Ausstattung: Kein Fernseher und keine Minibar, kein Aufzug, Gemeinschaftsdusche und Etagen-WC. Immerhin kann eine Teeküche genutzt werden und eine Fahrradgarage ist vorhanden. In jeden Fall stellt eine Übernachtung im Bauhaus ein unvergessliches Erlebnis dar.

Adresse und Kontakt

Gropiusallee 38

06846 Dessau-Roßlau

Tel.: 0340 / 6508250

https://www.bauhaus-dessau.de/de/index.html


*****

Textquelle:

Joroch, Carsten : Dessau und Wörlitz: Die 99 besonderen Seiten der Region, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.

Bildquelle:

Carsten Joroch.

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