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Carolin Eberhardt

Spiele in der Natur

Spiele in der Natur bedeuten für Kinder jeden Alters, eine abenteuerliche Welt zu betreten. Insbesondere, wenn diese erlauben, an einer aufregenden Geschichte teilzunehmen. Insgesamt 12 spannende Spiele in vier verschiedenen Kategorien fördern gemeinschaftliche Aktivitäten in Kinder- und Jugendgruppen. 

Die Sage vom Arendsee

Die Sage vom Arendsee

Ulli Soak

 

 

Die kleine Stadt Arendsee in der Altmark liegt an einem gleichnamigen See, den die Stadtbewohner aufgrund seines klaren Wassers liebevoll „Die Perle der Altmark“ nennen.

Wie dieser See und die Stadt zu ihrem Namen kamen, davon erzählen sich die Arendseer diese Sage:

Einst stand an den Ufern des Sees eine Windmühle, in der ein Müller mit dem Namen Arend mit seiner Frau lebte. Arend war nicht nur tüchtig im Mahlen des Korns der Bauern aus der Umgebung, er war auch heilkundig und wusste mit Kräutern und Tinkturen manchem Leiden beizukommen.

Während eines schweren Unwetters kam einst ein Knabe zur Mühle geeilt und bat den Müller, er möge seiner Schwester zu Hilfe kommen, die krank im Bett liege. Der gute Müller und seine Frau folgten dem Jungen trotz des strömenden Regens und des krachenden Donners. Sie waren kaum einhundert Schritte von der Mühle entfernt, da zuckte ein greller Blitz über den Himmel, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Lärm. Die Müllersfrau fuhr herum und schaute zur Mühle zurück. Dort brach soeben das Ufer des Sees ein und die Mühle versank in den Fluten.

„Arend, See!“, konnte die zu Tode erschrockene Frau nur ausrufen, etwa in der Bedeutung: Arend, sieh nur, was der See macht!

Und als die Mühle im Wasser verschwunden war, legte sich der Sturm. Arend und seine Frau zogen zu ihren Freunden in eine Siedlung nahe dem Wasser, wo bald die Stadt Arendsee entstand, benannt nach ihrem guten Müller.

In Arendsee erzählt man sich, dass an besonders klaren Sommertagen die alte Mühle auf dem Grund des Sees noch zu sehen sei.

Die Variante bei Jacob und Wilhelm Grimm

 

Ein wenig anders haben die bekannten Märchen- und Sagensammler Jacob und Wilhelm Grimm die Arendseer Sage niedergeschrieben:

In ihrer Version ist es keine Mühle, sondern ein Schloss, das einst an der Stelle gestanden haben soll, wo der See heute liegt. An einem Tag gingen ein Mannnamens Arend und seine Frau, die im Schloss Dienst taten, aus den Toren hinaus, als plötzlich das Schloss mit lautem Getöse hinter ihnen im Erdreich versank. Verwundert rief die Frau:

„Arend, see!“(„Arend, sieh!“)

An der Stelle, wo das Schloss gestanden hatte, war nun ein großer See mit schneeweißem Sand auf dem Grund, und an klaren Sommertagen sollen die alten Schlossmauern auf dem Grund des Sees noch zu sehen sein.

Der historische Hintergrund

 

Die Existenz einer Mühle am Arendsee wurde 1983 nachgewiesen, als Sporttaucher mehrere Mühlsteine auf dem Grund des Sees entdeckten. Diese wurden geborgen und sind bis heute im Heimatmuseum nahe der Klosterkirche zu besichtigen.

2006 und 2010 wurden weitere Überreste und eine quadratische Grundstruktur einer Mühle auf dem Grund des Arendsees entdeckt, die nachweislich bis zu jenem legendären Einbruch am 25. November 1685 am Ufer des Arendsees stand. Der Grund für das Wegbrechen des Ufers liegt tief unter dem Wasserspiegel: Der Arendsee befindet sich über einem Salzstock, über dem sich eine Gipsschicht bildete. Auswaschungen durch das Grundwasser bewirkten, dass der Grund des Sees mehrmals nachgab, das letzte Mal 1685.

 

Öffnungszeiten des Heimatmuseums:

 

Von Mai bis September immer von Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr.

 

Eine zauberhaft vorgetragene Hörspielversion der Arendseer Sage in Reimen gibt es auf der Homepage des Vereins „Rund um den Arendsee e.V.“ zu hören, aufgenommen von den Schülerinnen und Schülern der Arendseer Sekundarschule „Theodor Fontane“.

 

*****

Textquellen:

 

Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsche Sagen. Vollständige Ausgabe mit den Illustrationen von Otto Ubbelohde. 3. Auflage. Nikol Verlagsgesellschaft mBh & Co. KG. Hamburg 2021, S. 150.

www.luftkurort-arendsee.de, Zugriff am 05.08.2026 um 17:17 Uhr.

https://rund-um-den-arendsee.de/geschichtenweg-muehle/, Zugriff am 05.08.2026 um 16.53 Uhr.

https://museen.de/heimatmuseum-arendsee.html, Zugriff am 05.08.2026 um 17.13 Uhr.

https://www.lda-lsa.de/archaeologie/fund-des-monats/2010/august-2010, Zugriff a, 08.08.2026 um 9:16 Uhr.

 

Bildquelle:

 

Ulli Soak

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