Sachsen Anhalt Lese

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Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Testrennstrecke A 9

Testrennstrecke A 9

Carsten Joroch

Hochgeschwindigkeitsrennstrecke A 9

„An Dessau kommt niemand vorbei!“, so lautete der Werbespruch der Stadt in den 90er Jahren. Ich ergänzte dann immer noch im Kopf: „Vor allem nicht bei Stau auf der A 9.“

Noch immer ist der Abschnitt zwischen den Auffahrten Dessau-Ost und Dessau-Süd ein Unfallschwerpunkt. Zwischen Dessau-Süd und Bitterfeld ist die Höchstgeschwindigkeit deshalb heute auf 120 km/h begrenzt. Ironie der Geschichte: Denn genau dieser 22 Kilometer lange, schnurgerade Abschnitt der Autobahn wurde in den 1930er Jahren als Testrennstrecke für Hochgeschwindigkeitsfahrten gebaut. Die Nazis wollten damit den Amerikanern, die ihre Autos noch heute auf Salzseen in Utah testen, Konkurrenz machen. Außerdem sollte dieser Autobahnabschnitt im Notfall als Flugplatz genutzt werden. Aus diesem Grund sehen hier auch die Autobahnbrücken anders aus. Es sind Stahlbogenbrücken ohne Mittelsäule. Ursprünglich gab es in der Mitte der Autobahn auch keine Leitplanke. Ein ­Flugzeug wäre mittig gelandet und hätte mitsamt Flügeln unter den Brücken durchgepasst. Passiert ist das in der Praxis aber nie.

Nach dem Krieg wurde das Autobahnteilstück mitsamt der Auffahrt Dessau-Süd und einem Stück der Bundesstraße noch als Rennstrecke genutzt. 1952 verunglückte hier der damals sehr bekannte und erfolgreiche Rennfahrer Paul Greifzu bei einer Trainingsfahrt tödlich. 1956 fand das letzte Rennen statt. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs war es nicht mehr zu rechtfertigen, die Autobahn für Rennen zu sperren.


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Textquelle:

Joroch, Carsten : Dessau und Wörlitz: Die 99 besonderen Seiten der Region, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.

Bildquelle:

Carsten Joroch.

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