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Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Christuskirche Wittenberg

Christuskirche Wittenberg

Mathias Tietke

Kirchenbau im Industrierevier

Der monumentale Kirchenbau mit einem 53 Meter hohen Turm entstand 1907 und 1908 nach einem Entwurf von Friedrich Beisner in der Vorstadt Kleinwittenberg. Es ist ein Bauwerk, das Elemente der Gotik, der Renaissance, des Barock und des Jugendstils enthält. Das Kircheninnere verfügt über hölzerne umlaufende Emporen. Die Ausmalung des Kircheninnenraumes stammt vom Berliner Maler und Mosaikkünstler August Oetken, der auch den Deutschen Brunnen in Istanbul und die Kathedrale in St. Luis gestaltet hat. Die pneumatische Orgel wurde 1908 von der Firma Furtwängler & Hammer aus Arnum bei Hannover eingebaut. Der Orgelprospekt ist besonders eindrucksvoll gestaltet. Sowohl Form als auch die Ausgestaltung der Kirche mit der Jugendstilmalerei führten 1990 dazu, dass die Christuskirche unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der in der Christuskirche wirkende Kantor Rolf Kober ist zudem ein ausgewiesener Kenner der Musikgeschichte Wittenbergs.

Der Orkan „Kyrill“ richtete 2007 große Schäden an, insbesondere am Giebel und am Schieferdach. Für die Reparaturen wurden bislang rund 200.000 Euro ausgegeben.

Auf dem zur Christuskirche gehörenden Friedhof steht ein schwarzer Obelisk für britische Gefangene des Ersten Weltkrieges sowie ein archaisch wirkendes Grabmal mit einem halbrunden Säulengang für den Gründer des Eisenwerkes Hubert Joly (1854–1937) und dessen Frau Edeline, geborene von Asmuth (1864–1948).

Adresse

Dessauer Str. 240

06886 Wittenberg


*****

Textquelle:

Tietke, Mathias: Wittenberg - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Mathias Tietke.

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