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Paulus Luther

Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben. Ein wahrhaftiger Roman

Christoph Werner

Ein lesenswerter und informativer historischer Roman, der das Leben Paul Luthers - jüngster Sohn Martin Luthers und seines Zeichens fürstlicher Leibarzt und Alchimist - erzählt.

Lutherstadt Wittenberg

Lutherstadt Wittenberg

Karin Müller-Syring

Die Lutherstadt Wittenberg und der große Reformator

Wittenberg liegt im Osten Sachsen-Anhalts am Nordufer der Elbe. Die Stadt wird von zwei Naturräumen tangiert, im Norden vom Fläming und im Süden von der Dübener Heide. In Wittenberg ist die Wiege der Reformation und somit wurde hier weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Geschichte geschrieben. Viele bekannte historische Gebäude der Stadt stehen in engem Zusammenhang zum Wirken des Reformators Martin Luther, der hier von 1511 bis 1546 lebte. Zurzeit bereitet sich Wittenberg auf das Jahr 2017 vor, in dem das große Jubiläum - 500 Jahre Reformation begangen wird.

Am 10. November 1483 wurde Luther als Sohn von Hans und Margarete Luder in Eisleben geboren. Er erhielt eine gute Schulausbildung und begann in Erfurt ein Studium, um später Jurist zu werden.  Aber ein schweres Gewitter während einer Reise vereitelte seine Zukunftspläne. Unter dem Eindruck der Naturgewalten in Todesangst geraten, gelobte er bei glücklichem Ausgang des Ereignisses Mönch zu werden. Schon zwei Wochen später trat er dem Orden der Augustiner-Eremiten in Erfurt bei. Er führte nun als Bruder Martin ein strenges Mönchsleben. Es schloss sich ein Theologiestudium an und 1507 wurde Martin Luther zum Priester geweiht. 1512 erhielt er in Wittenberg seinen Doktortitel. Hier arbeitete Luther dann auch bis zu seinem Lebensende als Theologieprofessor.

Martin Luther
Martin Luther

Im Jahr 1517, am 31. Oktober, veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen über die Kraft und den Missbrauch des Ablasses. Mit diesem bekannten Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg begann die Reformation. Da zu jener Zeit Johann Gutenberg bereits den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden hatte, war die Verbreitung der neuen Gedanken schneller möglich als zuvor. Mehrfach wurde Luther dazu gedrängt, seine Schriften zu widerrufen. Da er auch den Papst kritisierte, erließ dieser 1520 eine Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther, welche Luther am 10. Dezember vor dem Elstertor in Wittenberg verbrannte. 1521 wurde dann der Kirchenbann verhängt. Mit Hilfe des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise, der ihn zu seinem Schutz entführen ließ, versteckte  sich Luther unter dem Namen „Junker Jörg " 10 Monate lang auf der Wartburg bei Eisenach. Hier übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche. Danach kehrte er nach Wittenberg zurück, um in einer mehrtägigen Predigtreihe die Unruhen in der Stadt zu beenden.

Sein Hauptwerk war neben den Reformen im Kirchen- und Sozialwesen die Bibelübersetzung. Die 1534 in Wittenberg gedruckte Gesamtdeutsche Bibel beeinflusste in sehr starkem Maße die Entwicklung der deutschen Sprache. Später wurde sie in viele andere europäische Sprachen übersetzt.

Stadtansicht von Wittenberg im Jahr 1536
Stadtansicht von Wittenberg im Jahr 1536

Der Haupteingang der Schlosskirche Allerheiligen in Wittenberg ist der Ort, an dem Martin Luther der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen angeschlagen hat. Die Schlosskirche ließ Friedrich der Weise im Rahmen eines Schlossneubaus um 1500 neu errichten. In ihr wurden später Friedrich der Weise, Martin Luther und Phillip Melanchthon begraben. 1760 im Siebenjährigen Krieg brannte die Kirche aus und die hölzerne Thesentür ging verloren. Schon 1770 wurde die wiederaufgebaute Kirche geweiht. Heute ist sie durch ihren markanten Schriftzug in großen Lettern - „Eine feste Burg ist unser Gott" - unterhalb der Kuppel des Turms schon von Weitem zu erkennen. 1996 wurde die Kirche von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört die Stadt- u. Pfarrkirche St. Marien zu Wittenberg. Sie war die Predigtkirche Martin Luthers und ist somit eng mit der Reformation verbunden. Als ältestes Gebäude der Stadt blickt sie auf eine lange Geschichte zurück. Der heutige Altarraum stammt aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, das Taufbecken befindet sich seit 1457 in der Kirche.

Das einstige Wohnhaus Luthers gehört heute zu den bedeutendsten reformationsgeschichtlichen Museen der Welt. Eine Dauerausstellung berichtet über das Leben und Wirken Martin Luthers. In einer original erhaltenen Lutherstube erinnert man an die Tischgespräche. Auch Luthers Bibel und seine Mönchskutte sind zu sehen. Noch unter dem Namen „Schwarzes Kloster" wurde das spätere Lutherhaus 1504 als Augustinerkloster errichtet. Nachdem man das Kloster aufgelöst hatte,  erhielt es 1532 Luther als Wohnhaus übereignet, das er mit seiner Frau Katharina von Bora, den Kindern, anderen Verwandten und Studenten bewohnte. Auch das Lutherhaus gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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Vorschaubild:Autor: Cethegus Datum: 2005 Beschreibung: Marktplatz in Wittenberg, gemeinfrei
Gemälde von Martin Luther von Lucas Cranach the Elder (1472-1553), gemeinfrei

Stadtansicht von Wittenberg im Jahr 1536, gemeinfrei

 

 

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