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Tanja Langer
Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung
Roman

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Anhaltische Landesbücherei

Anhaltische Landesbücherei

Carsten Joroch

Und noch ein Welterbe

In der Anhaltischen Landesbücherei wird neben den Büchern, CDs, DVDs und Zeitschriften, die es wahrscheinlich in jeder anderen Bibliothek gibt, auch ein richtiger Schatz aufbewahrt. Die Außenstelle, die Wissenschaftliche Bibliothek, beherbergt eine Römerbriefvorlesung von Martin Luther aus dem Jahr 1515/16, also noch aus der Zeit vor dem Thesenanschlag und dem Beginn der Reformation. Luthers bedeutende Schrift zählt seit 2016 zum Weltkulturerbe, genauer zum „Memory of the ­World“-Programm der UNESCO. Die im Rahmen der Anerkennung verliehene Urkunde wird ebenfalls in der wissenschaft­lichen Bibliothek aufbewahrt.

Ihren Sitz hat die Bibliothek im ehemaligen Palais Waldersee in der Zerbster Straße, direkt am Kleinen Markt. Am Dessauer Marktplatz sind aufgrund der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nicht viele alte Gebäude erhalten. Das Palais Waldersee ist eines dieser Gebäude. Original ist aber nur noch die Fassade, das gesamte Innenleben des Palais wurde im Krieg zerstört. Erbaut wurde das Palais ursprünglich für Franz von Waldersee, einem unehelichen Sohn des Fürsten Franz. Später diente es lange als Schule, bis nach dem Wiederaufbau 1962 schließlich die Stadtbibliothek in dem Gebäude einzog. Noch etwas sehenswerter ist der Sitz der wissenschaftlichen Bibliothek im Palais Dietrich, ebenfalls in der Zerbster Straße. Dort befand sich einst die Schule, das „Philantropinum“. In beiden Zweigstellen finden natürlich auch regelmäßig Veranstaltungen für große und kleine Bücherfreunde statt.

Adresse und Kontakt

Zerbster Straße 10

06844 Dessau-Roßlau

Tel.: 0340 / 2042648

http://bibliothek.dessau-rosslau.de/


Wissenschaftliche Bibliothek

Zerbster Straße 35

06844 Dessau-Roßlau

*****

Textquelle:

Joroch, Carsten : Dessau und Wörlitz: Die 99 besonderen Seiten der Region, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.

Bildquelle:

Carsten Joroch.

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