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Wendelin Bottländer

Bunt und Grau
Ost-Berlin 1980 bis 1983
Mit einem Text von Bernd Lindner
Bildband

Der Blick durch die Kamera eines westdeutschen Fotografen

Ein Rheinländer in Ost-Berlin – von 1980 bis 1983 fotografierte Wendelin Bottländer auf mehreren Reisen in die damalige Hauptstadt der DDR, den östlichen Teil der Spreemetropole, ihren Alltag zwischen dezenter Farbigkeit und tristem Grau, zwischen postuliertem Fortschritt und tatsächlichem Stillstand und Verfall. Es gelingen ihm einzigartige und – beim bevorstehenden Grenzübertritt auf der Rückfahrt – gewagte Porträts einer urbanen Landschaft wie Detailstudien eines Alltags, der längst historisch ist. Ursprünglich für den Abdruck in Zeitschriften gedacht, liegen nun viele dieser besonderen Aufnahmen in diesem Band in Erstveröffentlichung vor.

Gradierwerk Bad Kösen

Gradierwerk Bad Kösen

Helga Heilig

Zweimal 320 Meter Seeluft genießen

Zweimal 320 Meter lang kann man im Heilbad Bad Kösen reinste Seeluft genießen. Allerdings gibt es keinen Blick auf das Meer, sondern auf ein technisches Denkmal, gefertigt aus Baumstämmen und verfüllt mit Schwarzdorn-Reisig, genannt Gradierwerk. Darüber rieselt permanent fünfprozentige Sole. Das Salzwasser verdunstet und produziert die würzige Seeluft. Die historische Saline in Bad Kösen ist einmalig. Im 18. Jahrhundert wurde mit großem Aufwand eine hölzerne Anlage zur Kraftübertragung erbaut, die damals eine technische Sensation darstellte. Vom Wasserrad einer Mühle an der Saale wurde über ein hölzernes, 180 Meter langes, sogenanntes Kunstgestänge die Wasserkraft mechanisch zum Solschacht übertragen. Dieser liegt auf einem Berg und pumpte mit der von der Saale übertragenen Kraft aus einem 175 Meter tiefen Schacht die Salzsole in das untere Becken des Gradierwerks. Dort wurde mittels eines weiteren Gabelgestänges eine Pumpe angetrieben, die wiederum die Sole auf das Gradierwerk transportierte. Das Gradierwerk stellt mit seinen riesigen Maßen von 320 Metern Länge und 20 Metern Höhe eine Besonderheit dar. Es befindet sich in einem von drei Kurparks in Bad Kösen. Eine Treppe führt zum Saale-Ufer. Dort kann man mit der Fähre über den Fluss übersetzen und zum Zentralkurpark gehen.

Weitere Informationen:

Gradierwerk Bad Kösen

Park am Gradierwerk

(Rudolf-Breitscheid-Straße)

06628 Bad Kösen

Tel.: 034463 / 28289

http://www.gradierwerk-bad-koesen.de/

*****

Textquelle:

Heilig, Helga: Saale-Unstrut 99 Mal entdecken! Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2020.

Bildquelle:

Ebd.

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