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Eberhard Schmidt
Wohin in dieser Welt?
Der Maler Franz Radziwill
Biografie

Die erste Biografie über den berühmten Maler aus Dangast

Franz Radziwill (1895–1983) gehört neben Otto Dix und George Grosz zu den führenden Exponenten der Stilrichtung »Neue Sachlichkeit«. Sein umfangreiches Œuvre, das mehr als 850 Gemälde umfasst, ist mit dem Etikett »Magischer Realismus« versehen worden. Als visionärer Realist, dessen dramatische Bildwelt die Ambivalenz der Technik und die Zerstörung unserer natürlichen Umwelt zum Inhalt hat, ist seine Aktualität ungebrochen. Darüber hinaus hat er Gedichte und Prosatexte hinterlassen, ebenso Tagebücher, Briefe und Zeitungsartikel.
Eberhard Schmidt hat die wechselvolle Lebensgeschichte Franz Radziwills vor dem Hintergrund des katastrophengeschüttelten 20. Jahrhunderts in seiner aufwendig recherchierten Biografie detailreich rekonstruiert.

Schlosskirche Wittenberg

Schlosskirche Wittenberg

Mathias Tietke

Stätte der Reformation und der Gotik

Es ist aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar und vielen nicht bekannt, dass in der Schlosskirche einst mehrere Tausend Reliquien präsentiert wurden. Von den mehr als 19.000 Reliquien, die Friedrich der Weise 1520 besaß, hat Cranach der Ältere einige gezeichnet und somit für die Nachwelt bewahrt. Im „Heiligthumsbuch“ kann man sie betrachten. In der zweiten Ausgabe von 1509 werden immerhin 117 Stücke aufgeführt, so zum Beispiel „Ein rotter kast mit zwelff silbern vbergulten Rosen“.

Während der Reformationszeit wurde der Bestand der Reliquien kontinuierlich reduziert. Zum Teil wurden sie verkauft, zum Teil eingeschmolzen. Dies geht vor allem auf den Einfluss Luthers zurück, der in dieser Kirche, die ab 1507 als eine Art externe Aula der Universität der Leucorea diente, zum Doktor der Theologie promovierte.

Einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen aus aller Welt ist die Thesentür, obwohl diese nur symbolischen Wert hat und wegen mehrfacher Zerstörung der gesamten Kirche eine Neuanfertigung aus dem 19. Jahrhundert ist. Zudem ist fraglich, ob Luther den Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 tatsächlich hier und persönlich vorgenommen hat. Belege gibt es dafür nicht, aber Thesen, wonach er mit dem Anbringen des Thesenpapiers Studenten beauftragt und/oder das Thesenpapier lediglich verschickt hat. Aber auch die erneuerte Tür mit den bronzenen Türflügeln, auf denen sich der ehemals vergoldete Text der 95 Thesen befindet, und die Lavamalerei im Bogenfeld darüber, die Luther mit der deutschen Bibelausgabe und Melanchthon mit der „Augsburger Konfession“ links und rechts dem gekreuzigten Christus zeigt, ist durchaus sehenswert.

Zu einer Ruhmeshalle der Reformation wurde die Schlosskirche durch die Begräbnisstätten von Martin Luther und Philipp Melanchthon und der die Reformation unterstützenden Kurfürsten Friedrich der Weise und Johann der Beständige. Von den Letztgenannten gibt es zudem lebensgroße Standbilder in andachtsvoller Pose direkt neben dem Altar.

Im Inneren der neogotisch und farbig gestalteten Kirche sind darüber hinaus 22 Medaillons, 52 Wappen von Fürstenhäusern und 128 Wappen von Städten der Reformation in den Fenstern zu finden. Der letzte große Umbau begann im Jahr 1885, wobei die Vorstellungen von Friedrich Schinkel bei der Neugestaltung ignoriert wurden. Immerhin stammt das 1832 geschaffene gusseiserne Taufbecken von ihm. Die eingezogene Holzdecke wie auch die hölzerne Empore wurden im Zuge des Umbaus entfernt und ein feingliedriges Netzgewölbe gestaltet.

Der 1892 in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. geweihte Kirchturm ist 88 Meter hoch und die Sandsteingalerie oben ist ringsum begehbar. Etliche Meter darunter befindet sich ein aus 720.000 Mosaiksteinen bestehendes Schriftband. Es zitiert einen Vers aus dem martialischen Lutherlied „Ein feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen.“

Die aktuelle Ausstattung der Schlosskirche stammt von 1892. In Vorbereitung des 500-jährigen Jubiläums wurde sie gerade gründlich restauriert.

Adresse

Schlossplatz 1

06886 Wittenberg


Kontakt

03491 / 402585


Informationen

www.schlosskirche-wittenberg.de


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Textquelle:

Tietke, Mathias: Wittenberg - die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Mathias Tietke.

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