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"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich das Leben nahm.
Burg Falkenstein

Burg Falkenstein

Theresa Rudolph

Foto: Peter Reinäcker/pixelio.de
Foto: Peter Reinäcker/pixelio.de

Zwischen Meisdorf und Pansfelde erstreckt sich hoch über dem Selketal die 1120 erbaute Burg Falkenstein.
Einer Sage nach verdankt die Burg ihre Entstehung Egon II. von Konradsburg. Dieser soll um 1080 im Streit Graf Adalbert II. von Ballenstedt erschlagen haben. Als Strafe wurde daraufhin der Stammsitz des Mörders in ein Kloster umgebaut. Doch Burchard von Konradsburg, der Sohn Egon II, ließ eine neue Burg, nur wenige Kilometer entfernt, errichten - die Burg Falkenstein.

Anfang des 13. Jahrhunderts förderte hier Hoyer von Falkenstein den anhaltischen Ministeriale Eike von Repgow aus Reppichau. Gerüchten zufolge soll dieser auf der Burg um 1220 den berühmten Sachsenspiegel, das erste deutsche Rechtsbuch, verfasst haben. Nachdem jedoch der letzte Stammhalter der Falkensteiner 1334 verstarb, übernahmen die Herrschaften von Asseburg 1437 die prächtige Anlage bis zur deren Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Foto: Subea/pixelio.de
Foto: Subea/pixelio.de
Heute zählt die Burg Falkenstein als eine der am besten erhaltenen Burgen im Harz. Denn in den letzten Jahren wurden viele Räume aufwendig restauriert und mit viel Liebe zum Detail in ihren Originalzustand zurückversetzt. In dem umfassenden Museum kann man mittelalterliche Möbel, antiquierte Bilder, Jagdgeräte und Waffen besichtigen. Seit einiger Zeit wird ebenfalls die alte Kunst der Falknerei wieder gepflegt. Diese hat eine lange Tradition. Schon vor vielen tausenden Jahren nahmen die Menschen Greifvögel, wie Habichte, Falken und Adler, mit auf die Jagd, um die eigene Speisekarte zu füllen. Heute wird auf der Burg Falkenstein diese Kunst wieder neu erlebt und erfahrene Falkner zeigen täglich von Frühjahr bis Herbst die unterschiedlichsten Arten von Greifvögeln.
Jährlich finden auch verschiedene Veranstaltungen statt, die die Besucher in die mittelalterliche Zeit zurückversetzten. So wird seit 2006 auf der Burg im Sommer ein „Minneturnier" gefeiert, bei dem bekannte Sänger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie anderen Ländern in Form eines mittelalterlichen Sängerwettstreites zu hören sind. Außerdem gibt es Anfang Oktober das mittelalterliche Burgfest. Hier erfährt der Besucher geschichtliches, beispielsweise wie es den Asseburgern gelang, die Burg zu erhalten und über 500 Jahre zu verwalten. Ebenso erhält man aber auch Einblicke über das mittelalterliche Leben und deren Traditionen.
Sei es das Museum, die Falknerei, die Gastronomie oder die vielen Veranstaltungen - die Burg Falkenstein bietet für jedermann viele Möglichkeiten das mittelalterliche Leben zu entdecken und freut sich über jeden Besucher.
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Titelbild: Jörg-W. Biester/pixelio.de

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