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Das Torhaus

Helga Drehers Roman ist eine Hommage an die Stadt Weimar. Coudrays lange unsaniert stehendes Torhaus wird zum Augangpunkt einer Nachwendegeschichte. Eine junge Frau erfährt Freundschaft und Hilfe, findet ihre eigenen Wege und zuletzt auch die Liebe.

Reisen mit den Harzer Schmalspurbahnen

Reisen mit den Harzer Schmalspurbahnen

Karin Müller-Syring

Neben klassischen Wandertouren oder mit dem Auto kann die Schönheit des Mittelgebirges Harz auch ganz außergewöhnlich mit den traditionsreichen Harzer Schmalspurbahnen erkundet werden. Seit 1892 fahren diese „zierlichen Dampfrösser“ durch Teile der schönen Harzlandschaft, manchmal so beschaulich, dass die Fahrgäste Blumen am Wegesrand, tiefe Schluchten oder knorrige Baumriesen ausführlich in Augenschein nehmen können. Auf drei Schmalspurbahnrouten durchqueren heute Züge der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HBS) auf 140,4 Kilometern den Harz. Die Harzquerbahn fährt von Nordhausen nach Wernigerode, die Brockenbahn vom Bahnhof Drei Annen Hohne bis zum Brocken und die Selketalbahn von Quedlinburg nach Hasselfelde, zudem gibt es eine Verbindungsstrecke von Stiege zur Eisfelder Talmühle. Das gesamte Streckennetz wird gegenwärtig nicht mehr ausschließlich mit den klassischen Dampflokomotiven befahren, es sind auch moderne Triebwagen im Einsatz, zum Brocken hinauf, fahren jedoch wie eh und je die schnaufenden romantischen Dampfmaschinen.

Der Beginn

Der offene Übergang zwischen zwei Waggons der Harzer Schmalspurbahn
Der offene Übergang zwischen zwei Waggons der Harzer Schmalspurbahn

Nachdem in der Mitte des 19. Jahrhunderts überall in Europa neue Eisenbahnnetze entstanden, plante man auch für den Harz den Bau einer Bahn, die dieses zum Teil schroffe Mittelgebirge durchquert. Bis dahin wurde der Harz lediglich von Eisenbahnstrecken umrundet. Es entstanden ehrgeizige Pläne, die zum Teil auch wieder verworfen wurden. Schließlich nahm ein Projekt Gestalt an, welches eine Schmalspurbahn mit 1 Meter Spurbreite von Nordhausen über Ilfeld nach Wernigerode vorsah. Ein Abzweig zum Brocken war auch geplant. Die Arbeiten an der Bahnstrecke begannen im November 1896. Am Anfang der Strecke gab es noch nicht so starke Steigungen zu überwinden und so konnte das erste gut 10 Kilometer lange Teilstück nach Ilfeld bereits im Juli 1897 freigegeben werden. Im Dezember 1898 erreichte dann der erste Zug mit geladenen Fahrgästen den Brocken und im März 1899 wurde die gesamte Bahnstrecke freigegeben. Der Bau der Selketalbahn begann schon 1886 und dauerte bis 1892.

Die Harzquerbahn

Die Fahrt von Nord nach Süd beginnt in Wernigerode, einer attraktiven Stadt am Rande des Harzes mit vielen malerischen Fachwerkhäusern, dem berühmten Rathaus und einem romantischen Schloss hoch oben über der Stadt auf dem Agnesberg. Nachdem die Stadt verlassen wurde, erreicht man nach einigen Kilometern, umgeben von malerischen Wäldern, den Bahnhof Steinerne Renne, einen Ausgangspunkt für Wanderungen die enge, steile Talschlucht hinauf zum gleichnamigen Waldgasthof. Eine Station weiter in Drei Annen Hohne erwartet den Wanderer eine Vielzahl von Wanderwegen. Es gibt aber auch die Möglichkeit hier in die Brockenbahn umzusteigen um sich mit einer schnaufenden Dampfmaschine zum höchsten Gipfel des Harzes fahren zu lassen. Fährt man von Drei Annen Hohne weiter mit der Harzquerbahn wird zunächst der im Tal der Kalten Bode liegende Ort Elend erreicht, der besonders im Herbst wegen seiner goldgelb gefärbten Buchenwälder zu ausgedehnten Wanderungen einlädt. Der nächste Haltepunkt der Harzquerbahn ist in Sorge, dann folgen u.a. Benneckenstein und Eisfelder Talmühle. Hier ist ein Umstieg in die Selketalbahn möglich. Der südliche Endpunkt der Harzquerbahn liegt dann bereits im Freistaat Thüringen in Nordhausen.

Die Brockenbahn

Dampflok mit Zug am Bahnhof Eisfelder Talmühle im südlichen Harzgebiet
Dampflok mit Zug am Bahnhof Eisfelder Talmühle im südlichen Harzgebiet

Ausgangspunkt für eine Fahrt zum Brocken ist der Bahnhof Drei Annen Hohne. Hier besteht auch die Möglichkeit, von der Harzquerbahn in die Brockenbahn umzusteigen. Die erste und einzige Station in Richtung Brocken ist der Bahnhof Schierke. Bei gutem Wanderwetter kommt die Brockenbahn hier häufig schon sehr gut besetzt an. Der Wintersport- und Luftkurort Schierke ist die letzte Ortschaft unterhalb des Brockens, des höchsten Harzgipfels. Weiter geht es mit der Bahn durch romantische Nadelgebirgswälder und schließlich in anderthalbfacher Umrundung des Gipfels hinauf zum dann nahezu baumfreien Brockenbahnhof in 1 125 Metern Höhe.

Die Selketalbahn

Benannt wurde sie nach dem Flüsschen Selke, in deren Tal die Bahn eine Strecke zurücklegt. Der nördlichste Punkt der Selketalbahn ist heute die Welterbestadt Quedlinburg mit ihrer historischen Altstadt, der romanischen Stiftskirche St. Servatii und dem Domschatz. Weiter gen Süden durchquert sie u.a. Bad Suderode, Gernrode und später Mägdesprung. Der nächste Bahnhof Alexisbad ist bekannt für die Doppelausfahrt von zwei Dampfzügen. In Stiege schließlich verzweigt sich die Selketalbahn, einmal zum Endpunkt Hasselfelde in nördlicher Richtung sowie südlich zum Bahnhof Eisfelder Talmühle, wo Fahrgäste in die Harzquerbahn umsteigen können.

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Fotos: Karin Müller-Syring

Bezeichnung Vorschaubild: Dampflok mit Zug am Bahnhof Drei Annen Hohne im nördlichen Harzgebiet