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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Vogelschutzgebiet Fiener Bruch und die Großtrappen

Vogelschutzgebiet Fiener Bruch und die Großtrappen

Karin Müller-Syring

Großtrappen gelten als die größten flugfähigen Vögel Deutschlands. Sie sind kaum bekannt, weil sie nur noch sehr selten vorkommen und vom Aussterben bedroht sind. Früher, bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts,  waren die Großtrappen ein häufig gejagtes Federwild. Heute zählen sie zu den am stärksten gefährdeten Arten Deutschlands und haben eine ganzjährige Schonzeit. Eines der drei Gebiete, in dem sie hierzulande noch vorkommen ist das EU-Vogelschutzgebiet im Fiener Bruch, südlich der Stadt Genthin, im Landkreis Jerichower Land gelegen. Aber auch dort gibt es heute nur etwa 50 Großtrappen, im Jahr 2001 waren es sogar nur noch 5 dieser Vögel. Innerhalb von 100 Jahren ging der Bestand an Großtrappen in Deutschland um 97% zurück. Die Vögel brauchen weiträumige offene, möglichst ungestörte Standorte, um überleben zu können. Diese werden in unserer Kulturlandschaft immer seltener.

Fiener Bruch
Fiener Bruch

Das Fiener Bruch liegt im Osten Sachsen-Anhalts in einem ehemaligen Urstromtal, das am Ende der Eiszeit Schmelzwasser der Gletscher nach Nordwesten abgeführt hat. Dieses große, flache Grünland wird heute von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen, die eine extensive Nutzung der Wiesen ermöglichen. Hier gibt es auch noch geeignete Lebensräume für die Großtrappen, die sich allerdings selbst dort nur mit der Hilfe des Menschen durch intensive Schutzbemühungen und  künstliche Bestandsstützung langsam vermehren.

Großtrappen sind sehr scheue Vögel, die in freier Wildbahn am günstigsten mit dem Fernrohr beobachtet werden können. Sie gehören zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Erde. Die Männchen haben eine Körpermasse von 8 bis 18 Kilogramm und eine Körperlänge von gut einem Meter. Die Weibchen werden nur etwa halb so groß. Trotz ihres Gewichtes können Großtrappen schnell vom Erdboden abheben und ausdauernd und kraftvoll fliegen. Sie sind Bodenbrüter und haben aus diesem Grund ein tarnfarbenes Gefieder mit grauem Kopf und Hals,  rostbraun schwarz gebänderter Oberseite und weißer Unterseite. Zur Balzzeit jedoch entfalten die Männchen eine regelrechte Gefiederpracht, indem sie die weißen Unterfedern der Flügel und des Schwanzes kunstvoll nach oben spreizen. Um dieses interessante Schauspiel zu beobachten, bietet der Förderverein Großtrappenschutz e.V. in jedem Jahr Führungen zu Balzzeit an.

Großtrappen
Großtrappen

Großtrappen ernähren sich sowohl pflanzlich, von Samen, Früchten und Kräutern, als auch von Insekten und anderen kleinen Tieren. Sie leben gesellig und halten sich meist in getrenntgeschlechtlichen Gruppen auf. Die Jungen sind fast immer bei den Hennen.

Mit dem Beginn der Intensivierung der Landwirtschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts brach für die Großtrappen eine unangenehme Zeit an. Die Dreifelderwirtschaft mit ihrer regelmäßigen Brache wurde aufgegeben und die zahlreichen Feldarbeiten störten die Brutvögel, ihre Gelege wurden vernichtet. Auch der Straßen-und Wegebau und die Vergrößerung der Siedlungsflächen engen bis heute den Lebensraum der geschützten Tiere immer mehr ein.

Außerdem gefährden in den Schutzgebieten die stark zugenommenen Beutegreifer, wie Fuchs, Waschbär und Marderhund die Brut und die Jungtiere. Deshalb wurden Zäune errichtet, die Flächen von etwa 20 Hektar umfassen und die Brut vor Fressfeinden schützen sollen. Tatsächlich gelingt es den Hennen mittlerweile fast nur hier, ihre Küken aufzuziehen. Aber auch in den umzäunten Arealen wird nicht jedes Jungtier erwachsen, da die Bodenzäune Rabenvögel und Seeadler nicht aufhalten können. Um die stark gewachsenen Zahl von Füchsen, Waschbären und Marderhunden zu verringern, werden diese innerhalb des Trappenschutzprojektes seit 2011 intensiv mit Fallen bejagt.

Der in den letzten Jahren zu beobachtende erfreuliche Zuwachs an Großtrappen im Fiener Bruch geht trotz aller Bemühungen allein auf die Auswilderung von Jungvögeln zurück. Die werden in einer Vogelschutzwarte aufgezogen, dann geschützt im Fiener Bruch ausgesetzt und anschließend noch etwa drei Monate lang begleitet, um sie für ein selbstständiges Leben in der freien Natur fit zu machen. Dabei sind die Jungtrappen anfangs auf einer etwa 500 Quadratmeter großen, übernetzten Fläche mit fuchssicherer Umzäunung untergebracht. Täglich unternimmt ein Pfleger mit ihnen einen über drei Kilometer langen Spaziergang zum Kennenlernen ihres künftigen Lebensraums. Später wird ihr Aufenthalt bei einer wilden Großtrappengruppe immer länger, bis sie sich schließlich den erwachsenen und größeren Jungtrappen nach drei Monaten vollkommen anschließen.

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Bildquellen:

Das Fiener Bruch. Foto: gregor romWikipedia, CC-BY-SA 4.0 

Fiener Bruch; Zitzer Hauptgraben, rechts im Hintergrund der Südhang der Karower Platte. Foto: gregor rom,Wikipedia, CC-BY-SA 4.0 

Großtrappen Foto: Richard Crossley Wikipedia, CC BY-SA 3.0